Ostsee/Travemünde 2007
Am 19.08 trafen wir uns um halb 8 im Tübinger Hauptbahnhof und die Reise ging los. Wir fuhren zu sechst Diana, Nina, Tillmann, Konrad, Stefan und Manuel. Vor uns lagen noch 800 Kilometer genauer gesagt 9 Stunden fahrt. Von Tübingen fuhren wir bis nach Stuttgart, dort stiegen wir in den ICE nach Hamburg um. Im ICE hatten wir unser eigenes Abteil in dem es sehr eng war und keinen Stauraum für unsere tausend Koffer gab. Stefans Machogelaber nervte uns schon auf der Hinfahrt. Von Hamburg ging es weiter nach Travemünde, dort holte uns dann eine sehr merkwürdige Person von Bahnhof ab. Die sich aber später jedoch als nette Person herausstellte. Nach diesem Schock folgte gleich der nächste, als wir an der Hauptwache ankamen wurden wir dort erstmal ignoriert. Wir hatten von nichts eine Ahnung. Die verantwortlichen dort, beschlossen, das wir schnell unser Gepäck in die Unterkunft bringen sollten, in die Passat das Wahrzeichen von Travemünde, ein riesiges Segelschiff. Dritter Schock, dreckige und kleine Kabinen. Wir hatten keine Ahnung wie es weiter gehen sollte. „Wo gibt’s Bettwäsche? Wo gibt’s was zu trinken, Essen? Was geht heut Abend?“ Also beschossen wir auf eigene Faust Travemünde zu erkunden und gingen Pizza essen. Danach bekamen wir unseren ersten Ärger, da man abends eigentlich zusammen was unternimmt, hätten wir uns selber ausgegrenzt. Das war uns aber egal (eigentlich Scheißegal). Wir wollten einfach nur wieder nach Hause, doch da mussten wir jetzt durch (sind ja nur noch 3 Wochen!). Am nächsten Morgen wurden wir durch schreckliche und laute Musik geweckt. Doch wir waren die einzigen mit dieser Meinung. Wir trafen uns um halb 8 auf dem Deck der Passat um den Tag zu besprechen und die Brötchenliste aufzustellen, doch das war gar nicht so einfach. Mittagsbrötchen? Was ist das denn? Unserer Meinung nach waren Mittagsbrötchen, Brötchen fürs Mittagessen. Doch hier oben in Travemünde gibt es eine Brötchensorte, die Mittagsbrötchen heißt. Bis wir das Verstanden hatten, war die Brötchenliste fertig und wir hätten nichts zum Frühstücken gehabt, wenn Konrad nicht doch noch welche für uns bestellt hätte. Nachdem Frühstück stellten wir fest, dass wir vier ( Nina, Diana, Stefan und Manu ) als Strandläufer eingeteilt waren. Das Funken war die reinste Katastrophe, wir hatten von nix eine Ahnung. Da die meisten von uns noch nie richtig gefunkt hatten, wussten wir die verschiedenen Funknamen und Abkürzungen nicht, deshalb konnten wir die Funkdisziplien nicht einhalten. Nach dem Mittagessen, dass nicht gerade üppig ausfiel, bekamen wir eine kurze „Einweisung“ in unser Wachgebiet. Danach durften wir abwechselnd mit dem Boot mitfahren. Schon war der erste Wachtag zu Ende. Am Dienstag stürmte es den ganzen Tag ( Windstärke 8 ), sodass am Abend kein Steg mehr stand. Diana und Manu waren auf dem Boot eingeteilt, doch da es zu gefährlich war, durften die Beiden nur morgens kurz fahren. Die anderen waren jedoch sehr neidisch, da dieses Wetter und die hohen Wellen sehr ungewöhnlich waren und jeder Boot fahren wollte. Es wurde sogar noch so schlimm, das Turm 4 (der meist gehasste Turm, weil er am weitesten weg und im FKK Gelände liegt), halb unter Wasser stand und evakuiert werden musste.
Der Wachleiter in unseren ersten Woche war das größte A***. Total versaut, komisch und nahm seine Pflicht als Wachleiter nicht wahr. Häufig kam es zu Meinungsverschiedenheiten. Des weiteren lästerte er über uns Schwaben. Ehrlich gesagt waren wir auch nicht besser, dies beruhte auf Gegenseitigkeit. Als zwei von uns einmal die Schnauze voll hatten und gingen, wurden sie als Kameradenschweine bezeichnet. In Folge dessen, folgte eine Krisensitzung angeführt vom Chef ( Buddy ). Jeder sagte seine Meinung. Diese kam jedoch zu spät, denn am nächsten Tag hatten wir einen neuen Wachleiter. Ab der zweiten Woche, mit Wachleiter Mirko wurde alles besser. Wir unternahmen nach Wachschluss viel verschiedenen Dinge, z.B. Kino, Bowling, Ostseetherme, besuch bei der Küstenwache und dem Hotel Maritim von dem man eine klasse Aussicht hat, Mittelalterlicher Markt besucht, Nachtschwimmen, Spaziergänge am Strand und vieles mehr.
In der dritten Woche übernachtete ein Animateur von keep in move bei uns auf der Hauptwache. Er war sehr witzig und freundlich. Er fragte uns, ob wir lust hätten mit ihm ein Fitnessprogramm am Strand zu machen. Da wir dies auch nötig hatten, stimmten wir zu, denn jeden Tag machten wir uns ein riesen Eis zum Nachtisch mit Schokosoße, Sträuseln und Sprühsahne. *Lecker*. Das Fitnessprogramm am Strand machte uns sehr viel Spaß. Es kam über uns sogar ein Bericht mit Bildern in Travemünde Aktuell.
Im großen und ganzen waren es 3 sehr schöne Wochen.
In den drei Wochen haben wir sehr viel gelernt, wie z. B. Boot fahren. Jeder der auf dem Wachplan gelesen hat, das er auf dem Boot eingeteilt ist, freute sich, denn auf dem Boot war es immer sehr witzig. Man durfte selber fahren, Anlegemanöver und Mann über Bord Übungen fahren. So manch ein Bootsführer übersah eine Boje und fuhr darüber ( gell Mirko?! ). Oder wir mussten unseren eigenen Kameraden ( Motto ), der sich das Surfen selbst bei bringen wollte aus der Badezone ziehen. Das mussten wir häufig wiederholen da er immer wieder aus der Surfzone abtrieb, weil er mehr im Wasser mit dem Segel befestigen beschäftigt war, als zu Surfen.
In den ganzen drei Wochen hatten wir so gut wie keinen Einsatz, denn der Strand war so gut wie leer, da es Nachsaison war und auch nicht so warm. Doch am vorletzten Tag passierte noch etwas aufregendes. Manu, Nina und Diana saßen auf der Hauptwache als der Turm 4 auf dem Weg zum Turm meldete, dass sie einen Rucksack mit sehr vielen leeren Schlaftabletten fanden. Und alles nach Suizid aussah. Nina und Diana machten sich selbst verrückt, indem sie sich das schlimmste vorstellten. Alle verfügbaren Leute wurden losgeschickt um die Person zu suchen. Der Strand und die Gebüsche wurden abgesucht. Mirko und Kai führten den Einsatz. Später stellte sich heraus, dass der Mann sich zwar umbringen wollte es jedoch nicht schaffte und bei seinem Bruder auftauchte. Meistens war es trotz wenigen Badegästen sehr witzig auf dem Turm. Wir vertrieben uns die Zeit mit Musik hören, Fotos machen, Lesen, Postkarten schreiben und natürlich auf das Wasser schauen. Einige von uns sind am überlegen, ob sie nächstes Jahr wieder nach Travemünde fahren, da es trotz allem, allen Spaß gemacht hat.
(Text: Nina Betzlbacher,Diana Kaltenmark und Manuel Bachmann)

